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all diesen Fällen ist der Betreffende der Sklave einer
Leidenschaft, und seine Aktivität ist in Wirklichkeit Passivität,
weil er dazu getrieben wird. Er ist ein »Leidender«, er erfährt
sich in der »Leideform« (Passiv) und nicht in der
-28-
»Tätigkeitsform« (Aktiv); er ist kein »Tätiger«, er ist nicht
selbst der »Akteur«. Im Gegensatz dazu hält man einen
Menschen, der ruhig dasitzt, sich der Kontemplation hingibt und
dabei keinen anderen Zweck und kein anderes Ziel im Auge hat,
als sich selbst und sein Einssein mit der Welt zu erleben, für
»passiv«, weil er nichts »tut«. In Wirklichkeit aber ist diese
konzentrierte Meditation die höchste Aktivität, die es gibt, eine
Aktivität der Seele, deren nur der innerlich freie, unabhängige
Mensch fähig ist. Die eine Auffassung von Aktivität, nämlich
unsere moderne, bezieht sich auf die Verwendung von Energie
zur Erreichung äußerer Ziele; die andere bezieht sich auf die
Verwendung der dem Menschen innewohnenden Kräfte ohne
Rücksicht darauf, ob damit eine äußere Veränderung bewirkt
wird oder nicht. Am klarsten hat Spinoza diese Auffassung von
Aktivität formuliert. Bei den Affekten unterscheidet er zwischen
aktiven und passiven Affekten, zwischen actiones und
passiones. Wenn der Mensch aus einem aktiven Affekt heraus
handelt, ist er frei, ist er Herr dieses Affekts; handelt er dagegen
aus einem passiven Affekt heraus, so ist er ein Getriebener, das
Objekt von Motivationen, deren er sich selbst nicht bewußt ist.
So gelangt Spinoza zu der Feststellung, daß Tugend und
Vermögen (= Macht, etwas zu bewirken) ein und dasselbe sind
(Spinoza, Ethik, Teil IV, 8. Begriffsbestimmung). Neid,
Eifersucht, Ehrgeiz und jede Art von Gier sind passiones, die
Liebe dagegen ist eine actio, die Betätigung eines menschlichen
Vermögens, das nur in Freiheit und nie unter Zwang möglich ist.
Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist
etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man
verfällt. Ganz allgemein kann man den aktiven Charakter der
Liebe so beschreiben, daß man sagt, sie ist in erster Linie ein
Geben und nicht ein Empfangen.
Was heißt geben? So einfach die Antwort auf diese Frage
scheinen mag, ist sie doch tatsächlich doppelsinnig und ziemlich
kompliziert. Das verbreitetste Mißverständnis besteht in der
-29-
Annahme, geben heiße etwas »aufgeben«, dessen man damit
beraubt wird und das man zum Opfer bringt. Jemand, dessen
Charakter sich noch nicht über das Stadium der rezeptiven,
ausbeuterischen oder hortenden Orientierung hinausentwickelt
hat, erfährt den Akt des Gebens auf diese Weise. Der
Marketing-Charakter ist zwar bereit, etwas herzugeben, jedoch
nur im Austausch für etwas anderes, das er empfängt; zu geben,
ohne etwas zu empfangen, ist für ihn gleichbedeutend mit
Betrogenwerden. (Zu den genannten Charakter-Orientierungen
vgl. E. Fromm, 1974a.) Menschen, die im wesentlichen
nichtschöpferisch orientiert sind, empfinden das Geben als eine
Verarmung. Die meisten Menschen dieses Typs weigern sich
daher, etwas herzugeben. Manche machen aus dem Geben eine
Tugend im Sinne eines Opfers. Sie haben das Gefühl, man sollte
eben deshalb geben, weil es so schwerfällt; das Geben wird erst
dadurch, daß sie bereit sind, ein Opfer zu bringen, für sie zur
Tugend. Für sie bedeutet das Gebot »Geben ist seliger denn
Nehmen«, daß es besser sei, Entbehrungen zu erleiden als
Freude zu erfahren.
Für den produktiven Charakter hat das Geben eine ganz
andere Bedeutung. Für ihn ist Geben höchster Ausdruck seines
Vermögens. Gerade im Akt des Schenkens erlebe ich meine
Stärke, meinen Reichtum, meine Macht. Dieses Erlebnis meiner
gesteigerten Vitalität und Potenz erfüllt mich mit Freude. Ich
erlebe mich selbst als überströmend, hergebend, lebendig und
voll Freude. (Vgl. die Begriffsbestimmung von Freude als
»Übergang des Menschen vo n geringerer zu größerer Voll-
kommenheit« in Spinozas Ethik, Teil III, Begriffsbestimmungen
der Affekte.) Geben bereitet mehr Freude als Empfangen nicht
deshalb, weil es ein Opfer ist, sondern weil im Akt des
Schenkens die eigene Lebendigkeit zum Ausdruck kommt.
Es dürfte nicht schwerfallen, die Richtigkeit dieses Prinzips
zu erkennen, wenn man verschiedene spezifische Phänomene
daraufhin untersucht. Das elementarste Beispiel finden wir im
-30-
Bereich der Sexualität. Der Höhepunkt der männlichen
Sexualfunktion liegt im Akt des Gebens; der Mann gibt sich
selbst, gibt sein Geschlechtsorgan der Frau. Im Augenblick des
Orgasmus gibt er ihr seinen Samen. Er kann nicht anders, wenn
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